ZeMKI-Mitglied Vesi Vuković publizierte kürzlich einen Artikel in "Iluminace - The Journal of Film Theory, History, and Aesthetics" mit dem Titel "Yugoslav (Trans)national Memory on Rural Spaces: Short Documentary Films Girls Without Boy(friend)s Girls Without Boy(friend)s (1963) and The Best Husband The Best Husband (1968) by Woman Filmmaker Vera Jocić".
ZeMKI-Mitglied Dr. Vesi Vuković publizierte kürzlich einen Artikel in „Iluminace – The Journal of Film Theory, History, and Aesthetics“ mit dem Titel „Yugoslav (Trans)national Memory on Rural Spaces: Short Documentary Films Girls Without Boy(friend)s Girls Without Boy(friend)s (1963) and The Best Husband The Best Husband (1968) by Woman Filmmaker Vera Jocić“.
Worum geht es?
Regisseurinnen waren in der jugoslawischen Spielfilmproduktion rar; nur sieben von ihnen waren während der gesamten Existenz des Kinos der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) tätig, die sich ungefähr von 1945 bis 1991 erstreckte. Im Gegensatz dazu war die Kurzfilmproduktion etwas offener für Regisseurinnen, die ihre Chance nutzten, Kurzfilme zu drehen, darunter Spielfilme, experimentelle Werke, Animationsfilme und insbesondere Dokumentarfilme, sowohl im professionellen als auch im amateurhaften Kinoclub-Bereich. Vera Jocić war eine von ihnen. Zu ihren professionellen Kurzfilmen gehören die Dokumentarfilme „Mädchen ohne (Freund)“ (Devojke bez momaka; 1963) und „Der beste Ehemann“ (Najbolji muž; 1968). Ich werde diese Filme eingehend analysieren und dabei besonderes Augenmerk auf medienspezifische Merkmale wie Kameraführung, Bildausschnitt, Schnitt und Ton legen. Anhand einer Untersuchung von Form und Erzählung werde ich die geschlechtsspezifischen Aspekte dieser Filme sowie deren Verortung im ländlichen Umfeld beleuchten. Darüber hinaus werde ich soziologische Aspekte untersuchen, nämlich das Leben jugoslawischer Frauen in ländlichen Gebieten. Auf diese Weise identifiziere ich Forschungslücken zu jugoslawischen Filmemacherinnen und zum jugoslawischen Dokumentarfilm und trage dazu bei, diese zu schließen.
Ich versuche zu verstehen, warum jugoslawische Filmemacherinnen weitgehend übersehen werden. Meine Ergebnisse deuten auf mehrere Gründe hin, darunter: historischer Revisionismus, Geschlechterungleichheit in der jugoslawischen Filmindustrie, im Festivalbetrieb und in der Filmkritik, die Kanonisierung männlicher Autorenfilmer und ihrer Werke, die zahlenmäßige Unterrepräsentation jugoslawischer Frauen hinter der Kamera, die Vernachlässigung durch die Wissenschaft sowie mangelnde Digitalisierung und Zugänglichkeit der Filme. Dieser Beitrag soll das Bewusstsein für die Bedeutung der Erforschung, Vorführung, Kuratierung und Digitalisierung von Filmen jugoslawischer Filmemacherinnen schärfen.
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